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Sollten wir beim Welpensitz genauer hinschauen?

Viele Welpen sitzen im sogenannten Welpensitz oder Floppy Sit. Doch ist diese Haltung wirklich harmlos? Und sollte das Signal „Sitz“ bereits intensiv trainiert werden, wenn der Körper des Welpen noch mitten in der Entwicklung steckt?


Mehr als nur ein Kommando

„Sitz“ gehört zu den ersten Signalen, die viele Welpen lernen. Dabei achten wir meist darauf, ob der Hund das gewünschte Verhalten zeigt. Viel seltener fragen wir uns, wie er diese Position eigentlich ausführt.

Viele junge Hunde sitzen im sogenannten Welpensitz, also in einer froschartigen oder einseitigen Haltung. Mit zunehmender Entwicklung von Muskulatur, Koordination und Körperkontrolle finden viele Hunde von selbst zu einer stabileren und anatomisch günstigeren Sitzposition.

Der Welpensitz ist deshalb meist keine Fehlhaltung, sondern Ausdruck eines Körpers, der sich noch entwickelt.

Dennoch stellt sich die Frage:

Sollte ein Welpe das Signal „Sitz“ bereits regelmässig trainieren, wenn er diese Position körperlich noch gar nicht stabil halten kann?

Je nach Trainingsziel können zunächst andere Signale sinnvoller sein, beispielsweise:

  • 🐾 Pfoten-Targets

  • 👃 Nasen-Targets

  • 🐕 eine ruhige Stehposition

Wird „Sitz“ hauptsächlich zur Umlenkung eines Verhaltens eingesetzt, lohnt es sich ausserdem, die Reizlage des Hundes im Blick zu behalten. Plumpst ein Welpe impulsiv ins Sitz, kann dies ein Hinweis auf körperliche oder mentale Überforderung sein.

Dieser Beitrag versteht sich als Anregung zur Beobachtung und Reflexion. Er bewertet nicht, ob das Signal „Sitz“ grundsätzlich sinnvoll ist, sondern betrachtet ausschliesslich die körperliche Perspektive.


Was ist ein Welpensitz (Floppy Sit)?

Der Welpensitz oder Floppy Sit beschreibt eine asymmetrische Sitzposition.

Typisch ist dabei:

  • eine nach aussen gedrehte Hinterpfote

  • ein zur Seite gekipptes Becken

  • eine ungleichmässige Gewichtsverteilung

Für viele Welpen fühlt sich diese Haltung angenehm an – ähnlich wie unsere zusammengesunkene Sitzhaltung auf einem Stuhl.


Warum sitzen Welpen häufig froschartig?

Im Welpenalter ist diese Sitzposition weit verbreitet und zunächst kein Grund zur Sorge.

Der Bewegungsapparat befindet sich noch in der Entwicklung:

  • Knochen wachsen.

  • Gelenke reifen.

  • Bänder stabilisieren sich.

  • Muskulatur baut sich auf.

Vor allem die Muskulatur von Rumpf, Becken und Hüfte ist häufig noch nicht kräftig genug, um eine aufrechte und symmetrische Sitzposition länger zu halten.

Die nach aussen rotierte Hüfte sorgt zudem für mehr passive Stabilität. Dadurch muss weniger Muskulatur arbeiten – die Haltung fühlt sich für viele Welpen einfacher an.

Die Art, wie ein Hund sitzt, kann deshalb Hinweise auf seine körperliche Entwicklung geben.

Wiederholung formt Bewegungsmuster

Beim Training lernen Hunde nicht nur ein Signal, sondern immer auch eine bestimmte Art der Bewegung.

Wird ein Verhalten häufig wiederholt,

  • wird die Verbindung zwischen Signal und Verhalten stärker,

  • gleichzeitig automatisiert sich auch die Bewegung.

Wird eine asymmetrische Sitzposition regelmässig bestätigt, kann sich dieses Bewegungsmuster festigen und später bevorzugt gezeigt werden.

Wiederholungen entscheiden wesentlich darüber, welche Bewegungsstrategien ein Hund langfristig nutzt.


Welpensitz im Erwachsenenalter

Bleibt der Welpensitz über das Welpenalter hinaus bestehen, lohnt sich ein genauer Blick.

Eine dauerhaft asymmetrische Sitzhaltung kann unter anderem:

  • muskuläre Ungleichgewichte fördern,

  • die Körperhaltung beeinflussen,

  • das Bewegungsverhalten verändern,

  • einzelne Gelenke und die Wirbelsäule einseitig belasten.

Besonders grosse, schnell wachsende oder sehr aktive Hunde können davon betroffen sein.

⚠️ Zeigt ein erwachsener Hund plötzlich überwiegend einen Welpensitz, sollte dies tierärztlich oder physiotherapeutisch abgeklärt werden.


Die stabile Sitzhaltung – der Ansatz von Doggylates

Eine physiologisch günstige Sitzposition zeichnet sich aus durch:

✔️ geraden Rücken

✔️ gleichmässige Belastung beider Körperseiten

✔️ Hinterpfoten möglichst in Linie mit den Vorderpfoten

✔️ nach vorne gerichtete Pfoten

Diese Ausrichtung lässt sich gezielt aufbauen.

Entscheidend sind dabei:

  • eine günstige Körperhaltung,

  • angemessene Körperspannung,

  • eine präzise Futterführung,

  • passende Trainingshilfen.


Doggylates: Schritt für Schritt zur stabilen Sitzposition

Genau hier setzt unser Doggylates-Hundefitnessprogramm an.

Im Plattformtraining wird der Hund behutsam an eine begrenzende Plattform herangeführt. Ohne Leistungsdruck und ohne den Anspruch auf eine perfekte Sitzposition lernt er, seinen Körper bewusst wahrzunehmen und gezielt einzusetzen.

Die Plattform unterstützt den Welpen dabei,

  • seinen Körper besser auszurichten,

  • eine zentrierte Sitzposition einzunehmen,

  • Balance und Koordination zu entwickeln,

  • Kraft und Körpergefühl aufzubauen.

Hat sich bereits ein ungünstiges Bewegungsmuster entwickelt, ist das kein Grund zur Sorge. Mit Doggylates können wir den Hund beim Umlernen unterstützen und die körperlichen Voraussetzungen schaffen, damit sich eine stabile und funktionelle Sitzposition entwickeln kann.

Fazit

Der Welpensitz gehört bei vielen jungen Hunden zur normalen körperlichen Entwicklung. Gleichzeitig lohnt es sich, beim Training nicht nur auf das Signal selbst, sondern auch auf dessen Ausführung zu achten.

Kann ein Welpe eine symmetrische Sitzposition noch nicht stabil halten, kann es sinnvoll sein, das Training von „Sitz“zunächst zurückzustellen oder den Körper gezielt darauf vorzubereiten.

Ein strukturierter Aufbau – beispielsweise über das Doggylates-Plattformtraining – unterstützt den Hund dabei, Kraft, Koordination und Körpergefühl schrittweise zu entwickeln. So entsteht langfristig eine stabile und funktionelle Sitzposition, die den jungen Hund nicht nur entlastet, sondern seine gesunde Bewegungsentwicklung nachhaltig fördert.

 
 
 

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